Kleinregionen
Die interkommunale Zusammenarbeit basiert in Niederösterreich auf dem Prinzip der Freiwilligkeit.
Das Entwickeln einer gemeinsamen Vision, die Erarbeitung von Projekten und räumlichen Planungsvorhaben, das Einsparen von Kosten sowie die Minderung von Konkurrenz sind nur einige Vorteile, die den Ausschlag geben, gemeindeübergreifend zusammenzuarbeiten.
In Niederösterreich wird die interkommunale Zusammenarbeit in Form von Kleinregionen gelebt. Eine Kleinregion setzt sich aus sechs oder mehr räumlich aneinander grenzenden Gemeinden mit einer Mindesteinwohnerzahl von 8 000 zusammen. Die Gemeindeanzahl kann unterschritten werden, wenn mindestens drei Gemeinden mit 12 000 Einwohnerinnen bzw. Einwohnern kooperieren. Weiters wird – um die kleinregionale Identität und die nötige Bürgernähe zu sichern – eine Anzahl von maximal 20 Mitgliedsgemeinden angestrebt. Von den beteiligten Gemeinden ist eine gemeinsame Organisation zu bilden, um die Kooperation auf eine gesicherte Basis zu stellen. Die Auswahl der Rechtsform hat dabei im Hinblick auf die zu bewältigenden Aufgaben zu erfolgen.
Die erste Kleinregion wurde bereits Mitte der 1980er Jahre gegründet. Mittlerweile gibt es 60 Kleinregionen, die 86 % der niederösterreichischen Gemeinden, rund 71 % der niederösterreichischen Bevölkerung und 87 % der Landesfläche umfassen.
Von den 60 Kleinregionen in ganz Niederösterreich (siehe dazu die Karte Kleinregionen gesamtDie Karte visualisiert die geografische Verteilung der aktuell 60 Kleinregionen in Niederösterreich. Das Bundesland Niederösterreich wird in seiner gesamten Ausdehnung dargestellt, begrenzt im Norden durch Tschechien, im Osten durch die Slowakei und Ungarn, im Süden durch die Steiermark und im Westen durch Oberösterreich sowie durch Wien. Die Verwaltungsgrenzen zu den Nachbargebieten sind klar markiert. Innerhalb des Landes sind die Grenzen der 573 Gemeinden eingezeichnet, die auch jeweils mit Namen genannt sind, sowie die fünf Hauptregionen Waldviertel (Nordwest), Weinviertel (Nordost), Industrieviertel (Südost), Mostviertel (Südwest) und NÖ-Mitte (zentral) ausgewiesen. Im Fokus stehen die niederösterreichischen „Kleinregionen", die als freiwillige Zusammenschlüsse von Gemeinden zur regionalen Entwicklung beitragen. Diese Kleinregionen sind auf der Karte farblich abgegrenzt dargestellt. In der Legende sind die aktuell 60 Kleinregionen mit ihrer Entstehungsnummer und mit ihrem aktuellen Namen aufgelistet. Da immer wieder Kleinregionen aufgelöst werden, fehlen manche dieser Nummern. Die Kleinregionen pro Hauptregion werden in gesonderten Karten auf dieser Seite der Website dargestellt. Die Übersicht, welche Gemeinden zu welcher Kleinregion gehören, wird in einer Liste im PDF-Format auf dieser Seite der Website beschrieben. Quelle: Amt der NÖ Landesregierung. Verwaltungsgrenzen: BEV (Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen), 1020 Wien. Bearbeitung: Mag. Radinger, Abteilung Raumordnung und Gesamtverkehrsangelegenheiten. Datum: Juli 2026. Hinweis: Vervielfältigung nur mit Genehmigung des Urhebers.) entfallen 13 auf das Waldviertel (siehe Karte oder Gemeindeliste), 12 auf das Weinviertel (siehe Karte oder Gemeindeliste), 10 auf das Industrieviertel (siehe Karte oder Gemeindeliste), 10 auf NÖ-Mitte (siehe Karte oder Gemeindeliste) und 15 auf das Mostviertel (siehe Karte oder Gemeindeliste).
Die Gemeinden haben zunehmend erkannt, dass sich zahlreiche Aufgaben und Herausforderungen nur gemeinsam sinnvoll und Kosten sparend bewältigen lassen. Bei einem Blick auf die Aktivitäten zeigt sich, dass die aufgegriffenen Themen vielfältig sind. Sie reichen von Verwaltung und Bürgerservice über Kooperationen im Gesundheits-, Sozial- oder Wirtschaftsbereich bis zur gemeinsamen Raumentwicklung. Einen Einblick dazu liefert auch die Kleinregionale Projektdatenbank.
Strategische Entwicklung der Kleinregionen in NÖ
Zum Aufbau und zur strategischen Weiterentwicklung der kleinregionalen Strukturen in Niederösterreich wurden von den späten 1980er Jahren bis 2011 Kleinregionale Entwicklungskonzepte bzw. von 2002 bis 2019 Kleinregionale Rahmenkonzepte erstellt. Diese Instrumente wurden zunächst durch Kleinregionale Strategiepläne abgelöst und haben vor allem im Zuge der landesweiten Leitplanungsprozesse bzw. der daraus abgeleiteten Regionalen Raumordnungsprogramme an Bedeutung verloren.
Unterstützung der Kleinregionen in NÖ
Aktuell wird seitens der Abteilung Raumordnung und Gesamtverkehrsangelegenheiten sowie der NÖ Dorf- und Stadterneuerung GmbH DORN in folgenden Bereichen Unterstützung angeboten:
Beratung und Unterstützung erhalten die Gemeinden und Kleinregionen durch die Fachabteilung sowie die Regionalberaterinnen und Regionalberater der NÖ Dorf- und Stadterneuerung GmbH zu:
- Aktivierung und Gründung von Kleinregionen
- Begleitung bzw. Evaluierung von Konzepten/Strategien
- Projektbegleitung
- Förderabwicklung und -beratung
- Thematische Inputs zur Weiterentwicklung der Kleinregion
- Krisenintervention