Regionale Leitplanung Weinviertel Südost


Mit dem Kick-Off am 1. April 2019 fiel der Startschuss für einen Planungsprozess, der die Entwicklung der Region im südöstlichen Weinviertel nachhaltig prägen soll: Im Rahmen der Regionalen Leitplanung haben sich das Land Niederösterreich und die Gemeinden der Region darauf verständigt, die Zukunft der Region gemeinsam zu gestalten. Damit kommt das Instrument der Regionalen Leitplanung nun schon zum dritten Mal in Niederösterreich zur Anwendung. Dahinter steht die Idee, mittels einer „Kooperation auf Augenhöhe“ zwischen Gemeinden und Landesstellen ein gemeinsames Leitbild für die räumliche Entwicklung einer Region zu erarbeiten.

„Weinviertel Südost“
Die 34 Gemeinden im Bezirk Gänserndorf bilden eine Planungsregion, die allein aufgrund ihrer besonderen Lage ihresgleichen sucht: Eingebettet zwischen den „twin cities“ Wien und Bratislava liegt sie zwischen jenen beiden EU-Hauptstädten, die die geringste Entfernung zueinander aufweisen. Im größeren Kontext bedeutet das eine Lage im Herzen der Europaregion „Centrope“, die zu den stärksten Wirtschaftsräumen Europas zählt. Doch wird man der Region keinesfalls gerecht, wenn man sie allein aufgrund ihrer Lage beschreibt. Vielmehr handelt es sich um eine Region, die eine Vielzahl endogener Qualitäten aufweist. Mit ihren Naturschätzen wie etwa dem Nationalpark Donau-Auen, den March-Thaya-Auen und den Weinviertler Trockenlandschaften ist sie ein wertvoller Landschafts- und Erholungsraum. Die landwirtschaftlichen Böden zählen zu den fruchtbarsten des Landes – nicht von ungefähr ist das Marchfeld auch als „die Kornkammer Österreichs“ bekannt. Darüber hinaus ist die Region wegen ihrer Erdöl- und Erdgasvorkommen, ihrer Schotterfelder und ihrer Windkraftpotentiale von Bedeutung. Die Region ist also von einer starken Dynamik geprägt ist. Diese wird vor allem in der zunehmenden Attraktivität als Wohn- und Wirtschaftsstandort ersichtlich. So ist die Einwohnerzahl der Projektregion zwischen 2002 und 2017 im Durchschnitt um 17,6 % (Niederösterreich +7,8 %, Österreich +8,8 % - Quelle: Statisitk Austria) gestiegen. Die Bevölkerungsprognosen gehen davon aus, dass sich dieses Wachstum auch bis 2030 ungebremst fortsetzt, was als Chance verstanden werden kann, neue Impulse in der Region zu setzen. Gleichzeitig stellt dieses Wachstum die Gemeinden aber auch vor einige Herausforderungen: Mit der steigenden Nachfrage nach Wohnraum wachsen gleichsam die Anforderungen an die technische und soziale Infrastruktur. Außerdem sollen landwirtschaftlich genutzte Flächen und Erholungsräume bewahrt werden. Die Raumordnung versucht, diesen Spagat zu lösen, indem verschiedene Nutzungsarten an den jeweils geeignetsten Standorten gebündelt werden. Da dafür die Betrachtung auf Gemeindeebene oftmals nicht ausreicht, bedarf es einer regionalen Zusammenarbeit – und genau hier kommt die Regionale Leitplanung ins Spiel.

Die Regionale Leitplanung Weinviertel Südost zunächst in drei kleineren Teilregionen statt. Am Ende werden die Ergebnisse zusammengeführt und eine gemeinsame Strategie erarbeitet. Dann folgt der vielleicht wichtigste Schritt, nämlich jener vom Papier in die Umsetzung: Der Regionale Leitplan wird in konkrete und möglichst verbindliche Handlungsanleitungen und Maßnahmen übersetzt. Die gemeinsam erarbeiteten Inhalte werden in die Regionalen und Örtlichen Raumordnungsprogramme übergeführt.